Die Sicht der Dinge

Jeder hat seine eigene Sicht der Dinge.

Dieselbe Bluete fotografieren 5 Menschen zur gleichen Zeit aus 5 verschiedenen Perspektiven. Der eine mehr von oben, der andere mehr von unten, der naechste von der Seite. Jedes Foto wird anders sein, obwohl es eigentlich dasselbe Motiv ist.

Allein der Betrachter kann waehlen, welches ihm am Besten gefaellt.

Ich fotografiere gern im Makrobereich, da ich immer wieder erstaunt bin, welche Details dabei auf dem Foto zutage treten, die ich vorher gar nicht wahrgenommen habe. Sei es das Glitzern des Zauberstaubs auf einem Schmetterlingsfluegel oder das winzige Sternchen in der Pupille meines Hundes - Dies ist meine Sicht der Dinge. Und ich freue mich, dass die Fotografie einem die Möglichkeit gibt, sie mit anderen zu teilen!

Weltseele

Weltseele

Verteilet euch nach allen Regionen

Von diesem heil'gen Schmaus!

Begeistert reißt euch durch die nächsten Zonen

Ins All und füllt es aus!

Schon schwebet ihr in ungemeßnen Fernen

Den sel'gen Göttertraum

Und leuchtet neu, gesellig, unter Sternen

Im lichtbesäten Raum.

Dann treibt ihr euch, gewaltige Kometen,

Ins Weit' und Weitr' hinan.

Das Labyrinth der Sonnen und Planeten

Durchschneidet eure Bahn.

Ihr greifet rasch nach ungeformten Erden

Und wirket schöpfrisch jung,

Daß sie belebt und stets belebter werden,

Im abgemeßnen Schwung.

Und kreisend führt ihr in bewegten Lüften

Den wandelbaren Flor

Und schreibt dem Stein in allen seinen Grüften

Die festen Formen vor.

Nun alles sich mit göttlichem Erkühnen

Zu übertreffen strebt;

Das Wasser will, das unfruchtbare, grünen,

Und jedes Stäubchen lebt.

Und so verdrängt mit liebevollem Streiten

Der feuchten Qualme Nacht!

Nun glühen schon des Paradieses Weiten

In überbunter Pracht.

Wie regt sich bald,

ein holdes Licht zu schauen,

Gestaltenreiche Schar,

Und ihr erstaunt auf den beglückten Auen

Nun als das erste Paar,

Und bald verlischt ein unbegrenztes Streben

Im sel'gen Wechselblick.

Und so empfangt mit Dank das schönste Leben

Vom All ins All zurück.

Johann Wolfgang von Goethe